Wahlkampfrede bei der IHK am 03.0.2.2026 als Landratskandidat für Erlangen-Höchstadt

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Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrte Vertreter der Industrie- und Handelskammer,
liebe Unternehmerinnen und Unternehmer,


gemeinsam sind unsere Schultern stark!


Vielen Dank für die Einladung. Der Landkreis Erlangen-Höchstadt ist kein anonymer Wirtschaftsraum – er lebt von konkreten Betrieben, konkreten Standorten und konkreten Herausforderungen. Genau darüber möchte ich heute sprechen.
Mein Name ist Christian Beßler. Ich bin seit 16 Jahren Unternehmer – mit allen Höhen und Tiefen, die dieser Weg mit sich bringt. Mein Unternehmen habe ich mit eigenem Kapital gegründet und aufgebaut. Ich kenne die schlaflosen Nächte, wenn Kunden und Aufträge wegbrechen oder wenn Genehmigungen sich hinziehen.


Für mich ist klar:
Kommunale Wirtschaftspolitik muss sich am Alltag der Betriebe orientieren. Am Bäckerei- und Metzgerbetrieb in den Ortschaften, am Weltunternehmen in Herzogenaurach, am Maschinenbauer in Heßdorf, am Handwerksbetrieb in Höchstadt oder am Start-up im Landkreis – nicht an politischen Modeprojekten.
Ein Kernpunkt ist die kommunale Selbstbestimmung. Unsere Städte und Gemeinden wissen selbst am besten, was sie brauchen. Doch immer öfter werden Entscheidungen vor Ort durch Vorgaben aus Berlin oder Brüssel blockiert: neue Berichtspflichten, komplizierte Förderprogramme, starre Vorschriften.
So kann kein Mittelständler arbeiten – und so darf auch keine Kommune arbeiten müssen.


Wirtschaftspolitik muss pragmatisch sein – nicht dogmatisch!
Der Mittelstand ist das Herz unserer Region. Er bildet aus, zahlt Steuern, engagiert sich in Vereinen, sponsert den örtlichen Sportplatz und hält unsere Gemeinden lebendig.
Ich spreche heute zu Ihnen nicht aus einem Parteibuch heraus, sondern aus der Erfahrung eines Mittelständlers.


Standortpolitik: Beispiele aus der Praxis
Erlangen-Höchstadt profitiert von seiner Lage zwischen Nürnberg, Forchheim und Bamberg. Gewerbestandorte wie Höchstadt, Adelsdorf oder Herzogenaurach zeigen, wie attraktiv der Landkreis für Logistik, Industrie und Mittelstand ist.
Gleichzeitig hören wir aus vielen Betrieben:


• Erweiterungen scheitern an langwierigen Genehmigungen,
• neue Gewerbeflächen werden durch überzogene Auflagen verzögert,
• Investitionsentscheidungen ziehen sich über Jahre.
• Tourismus muss als Chance begriffen werden


Ein Beispiel: Unternehmen entlang der A3 oder der B470 sind verkehrlich hervorragend angebunden – trotzdem dauern Genehmigungsverfahren für Hallen, Lager oder Betriebserweiterungen oft unverhältnismäßig lange. Das kostet Zeit, Geld und im Zweifel Arbeitsplätze.

Ich sage klar:
Wer investieren will, darf nicht ausgebremst werden.
Standortpolitik muss sich an wirtschaftlicher Realität orientieren – nicht an ideologischen Zielvorgaben.

Ausbildung und Arbeitsmarkt: Landkreis hat Potenzial – wir müssen es nutzen


Der Landkreis Erlangen-Höchstadt hat eine starke Ausbildungsbasis:
• leistungsfähige Handwerksbetriebe,
• Industrie- und Logistikunternehmen,
• die Berufsschule in Herzogenaurach und weitere schulische Einrichtungen.


Trotzdem bleiben Ausbildungsplätze unbesetzt. Das liegt nicht daran, dass Betriebe zu wenig anbieten – sondern daran, dass die duale Ausbildung politisch und gesellschaftlich zu wenig Wertschätzung erfährt.


Statt jungen Menschen einzureden, nur ein Studium sei erfolgreich, müssen wir wieder klar sagen:
• Eine abgeschlossene Berufsausbildung ist ein Wert an sich,
• sie sichert Einkommen, Aufstiegschancen und regionale Bindung.


Gerade im Landkreis – mit seiner Nähe zu Hochschulen und Forschung in Erlangen – müssen Übergänge besser gestaltet werden:
von der Schule in die Ausbildung, von der Ausbildung in den Betrieb, von der Weiterbildung in neue Tätigkeiten.


Meine Position ist eindeutig:
Fachkräftesicherung beginnt vor Ort – nicht durch unkontrollierte Zuwanderung, sondern durch Ausbildung und Leistung.

Digitalisierung: Glasfaser statt Sonntagsreden


Viele Gemeinden im Landkreis haben beim Breitbandausbau Fortschritte gemacht – das ist gut. Aber die Realität ist auch:
In mehreren Ortsteilen gibt es immer noch unzuverlässige Verbindungen, Funklöcher oder geringe Upload-Geschwindigkeiten.
Für Betriebe im ländlichen Raum – etwa im südlichen oder westlichen Landkreis – ist das ein echter Wettbewerbsnachteil. Homeoffice, digitale Buchhaltung, Online-Services oder Maschinenanbindung funktionieren nur mit stabilen Netzen.

Gleichzeitig erleben Unternehmer:
• digitale Anträge, die trotzdem ausgedruckt werden müssen,
• Online-Portale ohne Rückmeldung,
• Zuständigkeitswirrwarr zwischen Behörden.

Digitalisierung muss Vereinfachung bringen, nicht zusätzliche Frustration.
Mein Anspruch ist: Ein Antrag – eine Stelle – eine klare Entscheidung.

Bürokratieabbau: Belastung für den Mittelstand spürbar senken

Ob Handwerksbetrieb, Logistiker oder Industriezulieferer – fast alle berichten das Gleiche:
• immer neue Dokumentationspflichten,
• steigender Aufwand für Nachweise,
• wachsende Unsicherheit bei Kontrollen und Auflagen.

Gerade kleine und mittlere Unternehmen im Landkreis, oft familiengeführt, haben keine eigenen Rechts- oder Compliance-Abteilungen. Hier wird Bürokratie schnell zur Existenzfrage.

Es muss hier einen klaren Kurswechsel geben:
• weniger Vorschriften,
• mehr Ermessensspielraum,
• Vertrauen in Unternehmer, statt Generalverdacht.

Eine wirtschaftsfreundliche Verwaltung ist kein Geschenk – sie ist Voraussetzung für Wachstum und Beschäftigung.

Meine Damen und Herren,
Erlangen-Höchstadt ist stark, weil hier Menschen Verantwortung übernehmen: Unternehmer, Ausbilder, Fachkräfte.
Politik darf diese Leistung nicht behindern – sie muss sie ermöglichen und es muss sich lohnen.

Ich kann deshalb die angestoßene Debatten der aktuellen Bundesregierung nicht nachvollziehen schon wieder in das Selbstverwaltungsrecht der Kommen eingreifen zu wollen, indem man den Mindesthebesatz der Gewerbesteuer der Kommunen auf 280 Prozent festschreiben möchte.
Die Erbschaftssteuer muss entfallen, ist sozial ungerecht und schadet Familienunternehmen und den Mittelstand.

Ich stehe für:
• eine standorttreue Wirtschaftspolitik,
• die Stärkung des Mittelstands und Kleinunternehmertums,
• realistische Lösungen statt Ideologie.

Ich möchte, dass unser Landkreis auch in Zukunft ein Ort bleibt,

an dem sich Arbeit lohnt,
an dem Betriebe investieren,
und an dem Leistung wieder zählt.


Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Ich freue mich auf den Austausch mit Ihnen.